1. Dezember…

Tx-AdventskalenderAllgemein, Uncategorized0 Comments

Hallo zusammen,

mein Name ist Tatjana und ich bin 28 Jahre alt. Meine Krankheitsgeschichte begann als ich 12 Jahre alt wurde. Ich fühlte mich zunehmend schwächer, was man schnell aufs Wetter schob. Dann fing ich an zu erbrechen, egal was ich aß oder trank. Meine Augenärztin (ich habe das Senior-Loken-Syndrom mit Nieren- und Augenbeteiligung) schickte mich zu einem Psychologen. Ich sollte nämlich in dem Jahr nach Marburg auf ein Internat für Blinde und Sehbehinderte und sie dachte ich hätte deshalb eine Essstörung angefangen. Der Psychologe meinte es sei alles in Ordnung. Mein Kinderarzt hat Eisenmangel erkannt, aber mehr auch nicht. Es wurde nicht besser. Erst nach guten 5 Monaten hatte ich Glück: mein Kinderarzt war krank und die Vertretung nahm sofort Nierenwerte ab. Das Ergebnis: zack, ab in die Uniklinik Münster, Sheldonkatheter und zur Kinderdialyse.

Zwei Monate später war es soweit: ich hatte wieder Glück. In Marburg gab es eine Kinderdialyse, so dass ich auf das Gymnasium gehen konnte. Am 24.07.2001, nach etwa eineinhalb Jahren, bekam ich dann die Niere meiner Mutter. Ich bin ihr dafür immer noch sehr dankbar und so konnte in Ruhe mein Abitur und meine Ausbildung zur Fremdsprachenassistentin machen.

Im Studium versagte die Niere auch erst, als ich keine Vorlesungen mehr hatte und nur noch die Thesis schreiben musste. Im verflixten 13. Jahr wurde ich mit zu hohem Blutdruck eingeliefert und man senkte ihn zu schnell, so dass die Durchblutung der Niere hopps ging. Jetzt heißt es seit fast drei Jahren wieder dreimal die Woche frühstücken mit netten Leuten an der Dialyse Damals fragte mich der Kinderchirurg was ich denn mache, wenn die Niere nicht mehr funktioniert. Ich meinte nur: „Meine Mama hat doch noch eine!“ Stellt sich raus: die will sie mir nicht geben. Die von Papa passt leider nicht, jetzt heißt es warten auf den lang ersehnten Anruf.

Die Wartezeit nutze ich für viel Ehrenamt, um die Welt ein Stückchen besser zu machen Ich bin in der Flüchtlingshilfe aktiv, bin Freifunker und stellvertretende Vorsitzende im Recklinghäuser Nierenkranke e. V. Auch kandidiere ich für die Piratenpartei als Direktkandidatin für die Landtags- und Bundestagswahl.

Ich möchte euch zur Organspende ermutigen, aber die Hauptsache ist, dass ihr euch zu Lebzeiten entscheidet! Für uns Transplantierte ist das der gesunde Zustand und der ist verdammt toll! Letztes Jahr war ich wieder in Kroatien und habe dort eine super Dialyse gefunden. Nächstes Jahr wird Portugal getestet. Solange ich nicht mit der AIDA in die Karibik kann, werden Europas Dialysen getestet. Ich habe noch viel vor!

Ich wünsche euch und euren Angehörigen besinnliche Festtage, einen guten Start ins neue Jahr und vor allem viel Gesundheit. Es kann jeden treffen und manchmal liegt es eben nicht nur am Wetter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*