2. Dezember…

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Der heutige Beitrag kommt von Ronny. Er beschreibt sehr beeindruckend die Achterbahnfahrt, die er die letzten Jahre miterlebt hat. Umso schöner, dass er jetzt wieder auf der Sonnenseite des Lebens steht!

Mein zweites Leben!

Ich kann mich noch an die hässlich gelben Wände im Sprechzimmer erinnern, an dem Tag als mir die Diagnose „Chronische Hepatitis“ den Boden unter den Füßen wegriss. Mit allem hatte ich gerechnet, aber damit?

Feiern war ich, ein wildes Wochenende in London. Wieder zu Hause hatte ich starke Schmerzen, irgendwo unter den Rippen. Mir war schlecht, mir wurden Gerüche so unangenehm, dass ich mich übergeben musste. Palmolive Spülmittel, bis heute kann ich es nicht riechen. Und dann das Sodbrennen und die Angst. Die Ärztin war sehr damit beschäftigt wie sie mir die schlechte Nachricht mitteilen sollte. So sehr, dass ich teilweise ein schlechtes Gewissen hatte ihr so viele Probleme mit meiner Diagnose zu bereiten. Wie wenig wusste ich zu diesem Zeitpunkt welche Achterbahn noch vor mir lag.

HCV – unheilbar – keine Hoffnung auf Besserung und ein wirklich rasanter Krankheitsverlauf. Immer wieder Scans, immer wieder Biopsien, neue Ärzte, neu experimentelle Heilmittel und jahrelang die Hoffnung auf immer wieder neue Mittel, die nur noch wenige Monate vor der Markteinführung standen… Dann immer wieder die Enttäuschung. Keine Wirkung. Resistenzen die sich so schnell zu entwickeln schienen. Nebenher die Arbeit und Angst vor Stigmatisierung, Arbeitslosigkeit, sozialem Abstieg.

Dann 2011 der absolute Tiefpunkt. In der Nacht fühlte ich, dass ich eine „geplatzte Ader“ hatte. Wie ein kleines Äderchen nur heftiger. Mitten im Bach, die ganze Nacht. Morgens wurde ich bewusstlos und wachte ich einer riesigen Blutlache wieder auf. Plötzlich kamen die Krankheit und die Bedrohung ganz nah. Ich hatte so gekämpft das alles nicht an mich heran zu lassen und dann war es da. Krankheit, Blut, aber vor allem auch der unglaubliche Lebenswillen. Ich will überleben, ich muss überleben ich lasse mich von dieser Krankheit nicht klein kriegen!

Im April dieses Jahres kam ich dann auf die High-Urgent Liste und wurde bereits im August, in Leipzig, operiert. Ich wachte auf und begann mich ins Leben zurück zu kämpfen. Das Schwierigste war das Aufstehen am Tag nach der OP – ich hatte solche Angst, dass die Naht aufgeht und alles heraus fällt.
Heute kann ich darüber lachen. Heute lache ich sehr viel. So viele Dinge werden so nebensächlich und so viele andere rücken in den Fokus. Liebe, Freundschaft, Familie – all das hat jetzt eine wirkliche Bedeutung. Heute bin ich mit meinem Leben im Reinen. Ich habe Zeit, die ich mit anderen Menschen verbringe. Nehme mir Zeit für mich.

Es ist Zeit Danke zu sagen. Danke an meinen Partner, ohne den ich diesen Weg nicht hätte gehen können, meine Familie, meine Freunde und meinen Arzt Dr. Patrik Ingilitz, der mich über die Jahre so gut medizinisch und menschlich betreut hat.

Das Leben ist wunderbar. Frohe Weihnachten Euch allen!

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This is Ronny’s Story! He describes the surfing on the razorblade he had the last few years. But thankfully now he enjoys the sunny side of life again.

My second life!

I can still remember those ugly yellow walls in the surgery, at that day, when the diagnosis ,,chronic hepatitis“ has been changing my life at the fullest. I had expected everything, but this?

I was partying, a crazy weekend in London. Back home I had terrible pain, somewhere right underneath my rips. I felt sick, smells became a thing that made me feel that unconfortable, that I had to vomit. Palmolive soap, I still can´t stand the smell anymore. And on top of that, I had a terrible heartburn and there also was this fear! My doctor seemed to think about how to tell me the bad news a lot. That much that I sometimes started feeling bad by creating that many problems by making him coming to a diagnosis. By this time I did not know what was coming up.

CV – incurable – no hope for improvement and a really rapid course of disease. Scans again and again, biopsies, new doctors, new experimental remedies and years of hope for new ways, which were just about to become part oft he market… Getting disappointed once more. No effect. Resists that seemed to come up so quickly. Alongside of all that, there was this fear of stigma, unemployment, social descent.

Then 2011 it became the worst during the night I felt I had a „broken vein“. Like a little vampire, just worse. In the middle of my belly, all night. In the morning I became unconscious and I woke up a huge pool of blood. Suddenly the disease and the threat came very close to me. I had fought so badly, not to let it all becoming to important in my life and then it was there. Sickness, blood, but above all of that I felt an incredible vitality. I wanted to survive, I had to survive I would not let myself losing my strengh by this sickness!

In April of this year I got set onto the High-Urgent list and got surgent in August already, in Leipzig. I woke up and started my fight, back into life. The most difficult thing was getting up the day after the operation – I was so afraid that the seam would not stand it and everything would fall out. Today I can just laugh about it. Today I laugh a lot. So many things are so secondary and a lot of others come to the focus. Love, friendship, family – all this now has the most important meaning in my life. Today, I am alright with my life. I have time I spend with other people. I am taking some time for myself.

Time to say ,,thank you“. Thank you to my partner, without whom I could not have gone through all of that, my family, my friends and my doctor Dr. Patrik Ingilitz, who has been taking care of me so well medically and humanly over the years.

Life is wonderful. Merry christmas to all of you!

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