5. Dezember…

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Unsere heutige Geschichte zeigt einmal mehr, wie schnell es gehen kann, dass man selber ein Spenderorgan braucht, obwohl man doch eigentlich denkt, dass man weitestgehend gesund ist. Auch das sollte man immer bedenken, wenn es um das Thema Organspende geht. Organspende rettet Leben, vielleicht die eigenen Organe andere Menschen, aber evtl. auch fremde Organe Dein Leben! Dies sind die Erlebnisse von Brigitte:

Hallo zusammen,

Ich heiße Brigitte, bin 47 Jahre alt und seit Ende Jänner 2014 herztransplantiert. Jahrelang plagten mich „Magenschmerzen“. Was ich aber immer aufs gute und viele Essen schob. Mein Hausarzt meinte, dass ich doch zu einer Magenspiegelung gehen sollte. Ging ich aber nicht.

Es war der 1.11.2013: ich war im Garten schnitt die letzten Blüten ab, da bekam ich fast keine Luft mehr und dacht mir noch :“ Jetzt musst du aber abnehmen!“ Es war ein wunderschöner sonniger Tag, ich ging mit Freunden spazieren und meine Begleitung meinte noch :“ Was ist los, du schnaufst so komisch, geh zum Arzt!“ Was ich dann auch vor hatte, aber in der Nacht wurden die „Magenschmerzen“ so schlimm, dass ich die Rettung rief. Die brachten mich auch schnell ins Spital, da ich schon wenig Sauerstoff hatte. In der Notaufnahme dann der erste Schock: mir wurde mitgeteilt, dass ich nichts mit dem Magen hätte, sondern schwer herzkrank wäre.

So kam ich dann am 3.11. von Krems nach Wien in das Allgemeinde Krankenhaus, kurz AKH. Gleich am ersten Tag meiner Einlieferung fragte der Arzt mich wie ich zur Transplantation stehen würde. Meine Antwort damals war: „Mir ist es egal was ihr mit mir macht, Hauptsache ich komme wieder nach Hause.“ Nicht ahnend, dass ich die nächsten vier Monate dort bleiben sollte.

Die Erstdiagnose war Herzmuskelentzündung, kurz auch Broken Heart Syndrom. Ich bekam einen Schrittmacher, der aber wieder entfernt werden musste, da ich Keime bekam und dann versagten auch noch die Nieren. Ab auf die Dialysestation, ich wurde achtmal geschockt, zweimal an einem Tag und hatte ein paar mal einen Herzstillstand. Aber ich wollte leben!!!

In der Zeit stand mir vor allem meine Schwester bei. Sie kam jeden Tag ins Spital, lachte mit mir, weinte mit mir, schimpfte mit mir wenn ich mich gehen ließ. Ohne sie, das tolle Personal im Spital und meine Freunde hätte ich die vier Monate nicht durchgestanden. Ende Jänner ging es mir richtig schlecht, ich wurde HU gelistet.

Am 29.1. war es dann soweit. Ich werde nie vergessen wie Dr. Mahr neben meinem Bett stand um mir mitteilte, dass ich heute noch mein neues Herz bekommen würde. Ich war überglücklich. Am 5.2. kam ich dann schon auf die normale Station, und nur drei Tage später durfte ich die Station verlassen, um mir selber Zeitungen und eine Kaffee zu kaufen. Das Herz schlug laut und kräftig und ich bekam endlich wieder Luft.

Tage später erfuhr ich, dass ich Sarkoidose hatte, aber nur im Herzen. Heute arbeite ich wíeder, fahre Auto, betreue meinen Garten und pflege meine 93jährige Mutter. Mein Hobby, das Bogenschießen konnte ich wieder aufnehmen. Aber vor allem lebe ich wieder mein eigenes selbst bestimmtes Leben.

Ich darf leben, dank einer Organspende, denn ohne hätte ich nur ein halbes Jahr zu leben gehabt. Jeder Tag ist was Besonderes für mich, immer erlebe ich etwas, was ich toll finde. Wenn Weihnachten kommt und ich einen Adventsmarkt besuche, dann zünde ich zuhause immer eine Kerze für meinen Spender an, und sage Danke. Danke, dass ich leben darf, und ich pass auch gut auf das Herz auf. Weihnachten ist ein besonderes Fest, ich mag es mehr denn je.

Euch wünsche ich ein frohes Fest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Gesundheit. Servus Brigitte

Die links im Bild bin ich, in der Mitte meine Mama und meine Schwester Anneliese.

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