13. Dezember…

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Kerstin ist unser 13. Türchen und einer von vielen tausend Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Dies tut sie aber nicht passiv, denn sowohl trotz als auch weil sie auf der Warteliste für eine Niere steht, setzt sie sich sehr intensiv als Botschafterin ein, um mehr Menschen zur Organspende zu bewegen. Umso toller, dass sie es dabei immer wieder schafft auch Prominente in ihre Bemühungen einzubinden.

Liebe Kerstin, wir haben hohen Respekt vor dem was Du hier leistest und hoffen, dass das langersehnte Organ nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt ???

Hallo,

mein Name ist Kerstin , ich komme aus dem schönen Frankenland und wurde mit verschiedenen organischen Fehlbildungen geboren, was zu über 30 Operationen (wahrscheinlich weitaus mehr) führte. Eigentlich bin ich fast in der Uniklinik aufgewachsen.

Dennoch konnte ich eine Ausbildung zur Arzthelferin abschliessen und ein paar Jahre in dem Beruf arbeiten. Ich musste zwar immer wieder zu Operationen in die Klinik, versuchte aber ein relativ normales Leben zu führen.

Leider habe ich auch Fehlbildungen an den Harnleitern und der Blase, so dass – trotz intensiver Bemühungen – die Nieren irgendwann nicht mehr zu retten waren. Ich habe das – vielleicht auch gut so – erst sehr spät kapiert, was dies bedeutet. Ich wurde immer schwächer, immer antriebsloser und musste auch meine Arbeitsstelle aufgeben. Eigentlich fand mein Leben zu diesem Zeitpunkt nur noch im Liegen statt. Nun war der Zeitpunkt gekommen der ersten Dialyse. Dies war vor 6 1/2 Jahren. Niemals hätte ich damit gerechnet solange an der Maschine zu hängen.

Aber durch die Entgiftung kommt man auch wieder ein bisschen zu Kräften und ich habe versucht mir einen Ausgleich zur Dialyse zu suchen. Auf Konzerte traute ich mich noch nicht und so kam ich zum Kabarett, wo ich bis jetzt hängen geblieben bin. Dadurch habe ich schon sehr viele wunderbare Menschen kennengelernt, sei es die anderen Fans , aber auch die verschiedenen Künstler, bei denen meine Geschichte auch nach und nach bekannt wurde.

Vor ca. zwei Jahren kamen meine eigenen Nieren raus, weil immer wieder Entzündungen aufgetreten sind. Es war eine schwere OP, aber das bin ich ja gewohnt. Leider ging es danach einige Zeit bergab und die Entzündungswerte stiegen urplötzlich, ich bekam Fieberschübe und Gelenkschmerzen. Deshalb musste ich Weihnachten, Silvester, Ostern und meinen Geburtstag in der Klinik ganz alleine verbringen. Eine ganze Weile nahm ich Cortison ein, womit ich sehr unglücklich war, die Ärzte stellten mich auf den Kopf , ich wurde durchleuchtet und lag wochenlang in der Uni, aber gefunden hat man bis heute den Grund nicht. Die Werte sind jetzt – ausser den Leukozyten – auch wieder im Normbereich. Und ohne Cortison ! YEAH! Auf der Transplantationsliste stehe ich auch wieder, aber getan hat sich leider bisher nie irgendwas. Ich sag immer Eurotransplant verwählt sich nur die ganze Zeit .
Im Moment ist alles soweit okay gesundheitlich, es gibt immer auf und ab´s und kleinere Dinge wie Magenspiegelung oder ähnliches und gute und schlechte Tage.

Nach wie vor versuche ich so oft wie möglich ins Kabarett zu gehen, weil es mir sehr viel Freude bereitet , ich unter Menschen komme und abgelenkt bin. Denn leider ist es schon so, dass sich nach und nach die Freunde von einst verabschieden bzw. der Bekanntenkreis sich nicht mehr meldet, weil die Menschen einfach nicht verstehen, dass ich jetzt ein komplett anderes Leben führe als vor sechs einhalb Jahren. Aber ich habe ja schon geschrieben, dadurch habe ich auch wunderbare Menschen kennengelernt, die ich so nicht getroffen hätte. Einige Künstler unterstützen mich sogar mit Aufrufen zur Organspende und bei Chris Boettcher darf ich jederzeit umsonst in seine Show und ein tolles Video hat er auch zu dem Thema gedreht (ich denke, dass sollte man mal erwähnen, ist nicht selbstverständlich). Er ist sowieso sehr sozial engagiert und tritt oft unentgeltlich auf den Blutspendeehrungen auf .

Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Organspendekampagne mit den Videos durfte ich sogar dabei sein, Frau Huml war anwesend und Chris Boettcher hat sich auch Zeit genommen. Das war ein schönes Erlebnis für mich. Dieses Jahr besuchte ich auch den Organspendetag in München, wo Schauspieler und Musiker anwesend waren. Bisschen frustriert verliess ich aber die Veranstaltung, weil eigentlich die meisten schon ein Organ bekommen haben und ich fühlte mich bisschen alleine unter diesen allen. Aber ich freu mich natürlich auch für jeden , der das Glück hat, nicht mehr warten zu müssen, sondern ein neues Leben führen darf.

Auf Facebook habe ich eine eigene Seite um die Leute auf das Thema aufmerksam zu machen und Ihnen zu zeigen, was Dialyse bedeutet.

Wünschen tue ich mir natürlich, dass Eurotransplant auch mal meine Nummer findet und ich endlich nicht mehr abhängig bin von der Maschine. Gleichzeitig macht es mir grosse Angst , weil eine Transplantation schon was aussergewöhnliches ist und bei mir auch die Blase mit aufgebaut werden muss bei der OP. Für mich ist es nach so langer Zeit gar nicht mehr vorstellbar, frei zu leben, alles essen und trinken zu dürfen und so weiter. Das wäre schon ein Traum ! Ich danke euch für euer Interesse an meiner Geschichte und ich würde mich freuen, wenn ihr auf meiner Facebookseite mal vorbeischaut. Vielen Dank! ???

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