15. Dezember…

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Hey Ihr Lieben,

habt ihr uns gestern vermisst?!? Ehrlich?! Wie es Euch vielleicht auch schon mal passiert ist, schafft man es ab und zu nicht jeden Tag sein Türchen zu öffnen. Deshalb gibt es heute zwei und deswegen schmecken sie ja nicht weniger gut 🙂

Unser erstes Schokoplatzerl für heute ist Falko! Falko rockt das Ding und ist ein echtes Powerpaket! Und er hat sicher keine Probleme damit paar Stunden später online zu gehen als geplant ? denn Hochs und Tiefs hat auch er viele miterlebt ??

So Hallo,

ich bin 29 Jahre jung, komme aus Dresden und bin am 01.12.2015 in der Uniklinik Leipzig lebertransplantiert worden. Beruflich bin ich nach wie vor selbstständiger Kaufmann. Selbstständig??? Ja, richtig. Ich hatte das große Glück, den väterlichen Betrieb zu übernehmen und in der „aktuten Phase“ hat mein Vater das Geschäft am Laufen gehalten. Danke dafür ????

Im Jahr 2006 wurden bei mir eine Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) festgestellt. Bei dieser Krankheit verengen/vernarben sich chronisch die Gallenwege in der Leber. Somit wurde mir fortan ans Herz gelegt, auf die Leber besonders achtzugeben und mit etwas Glück, könne man die Krankheit um ca. 10 Jahre herauszögern. Also war für mich mit Anfang 18 klar, kein Alkohol und eigentlich bist du schwer krank.

Prima, aber den Kopf in den Sand stecken wollte ich nicht. Dies war auch dank meiner Familie nicht nötig, denn Sie hatten mir immer zur Seite gestanden und im Freundeskreis hatte ich auch immer einen sehr guten Rückhalt, auch wenn fortan kein Bierchen mit mir mehr zu trinken war.
Weitere größere Einschränkungen gab es nicht, Vorerst.

Dann wurde ich das erstmal gelb, was mir sehr Angst machte. Also ab zum Arzt, Gallengangsverschluss, die Folge war, es wurde ein Stent durch eine ERCP in den Gallengang eingelegt. Dies ging bei mir leider immer nur in Vollnarkose. Dies musste in den folgenden Jahren immer wieder wiederholt werden. Die Leber bzw. die Blutwerte erholten sich zwar immer wieder recht gut, aber die Phasen wurden immer kleiner und so wurden mir dann immer mal wieder ins Gewissen gerufen, das da wo in naher Zukunft was passieren muss, da sich eine Leberzirrhose gebildet hatte. Nach langen Gesprächen, Bedenken und Stunden vor dem Internet, hatte ich mich entschlossen und wurde in der Folge dann im März 2015 gelistet. Da war ich aber schon in so einen schlechten Stadium, dass man mir meine Krankheit schon deutlich angesehen hat und ich eher als Homer Simpson durchgehen hätte können, als ein Mensch.

Die folgenden Monate, waren dann für mich immer schlimmer geworden. Ich war nur noch müde, abgeschlagen, Gewicht verloren bis hin zu Wassereinlagerungen in den Beinen. Normales Arbeiten war dann zwar eigentlich nicht mehr möglich aber irgendwie habe ich mich immer noch durchgeschleppt.

Anfang November kam dann frühs um 7 Uhr ein Anruf. „Guten Morgen Herr Arnhold, wir haben diese Nacht für Sie ein Organangebot angenommen… ! Hui, nun steht man da, weiß weder wo vorn noch hinten ist. Also gut, Taxi angerufen und mit meiner Mutter nach Leipzig in die Uni.

Nach 2 Stunden sind wir in der Notaufnahme angekommen und ich wurde gebeten mich kurz gedulden. Keine 2 Minuten später kam der Professor zu mir und sagte, „heute wird das nix, das Organ können wir dir nicht anbieten“. Da fällt man schon mal kurz in ein Loch. Aber ok, er versprach, wir wissen dass es dringend ist und ich gebe alles. Also wieder nach Hause und warten. Die nächsten 4 Wochen waren eigentlich nur noch Mist, wöchentliche Blutabnahme, Schlafen und etwas arbeiten, wobei arbeiten konnte man es nicht mehr nennen. Ablenken, zu mehr war ich wo nicht mehr im Stande.
Dann der 01.12.2015, wieder klingelt frühs das Handy. Also wieder ins Taxi und ab nach Leipzig. Diesmal sollte alles passen und ich erfuhr, das dass Organ noch unterswegs sei und ich daher nochmal auf Station käme, wo ich dann auf Abruf warten sollte. Irgendwann kam der Transplanteur zu mir und besprach alles nochmal mit mir. Er machte mir Mut und sagte, wir packen das.

Nach den letzten Vorbereitungen, wurde ich in den OP Bereich gebracht. Wieder warten, auf einmal öffnete sich eine Tür und zwei Menschen kamen mit einer Kühlbox… da war es also, von nun an ging alles sehr schnell und es wurde sehr hektisch um mich. Ab in den OP und nun weiß ich eigentlich nix mehr.

Nun kamen 2 Wochen Intensivstation… viel weiß ich davon nicht mehr, aber schön war es nicht. Dann noch zwei Wochen Normalstation. Weihnachten in der Klinik, aber dies war alles kein Problem, da das größte Geschenk ja schon da war. Meine Eltern waren wie auch fast jeden Tag da. Wir machten uns einen schönen Heiligen Abend und pünktlich zu Silvester durfte ich nach Hause.

So nun will ich es mal etwas abkürzen, mir geht es heute sehr gut und ich bin der Spenderfamilie sehr dankbar. Ich kann dank der Spender wieder voll arbeiten und plane nun wieder meine Zukunft.

Vielen lieben Dank und frohe Weihnachten!

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