21. Dezember…

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Heute stellen wir Euch Sabine vor. Sabine war einer von so vielen Teenagern, die einfach nur unbeschwert leben und das was Jugendliche so machen, genießen wollte. Stattdessen war ihre Jugend von Krankheit und Therapien geprägt. Als sie dann ihre Spenderniere bekam, hielt diese nicht sehr lange und jetzt heißt es wieder Geduld, Geduld, Geduld. Doch sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und weiß die schönen Seiten des Lebens umso mehr zu schätzen! Weiter so! Und viel Glück, dass bald wieder der Anruf kommt, der das Leben zum besseren wendet 🍀 👍🏻

Hallo!

Ich bin Sabine, 26 Jahre alt aus dem wunderschönen Oberösterreich und warte mittlerweile wieder seit drei Jahren auf eine neue, zweite Spenderniere!

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht recht wie und wo ich am besten beginnen soll, da sich meine Krankengeschichte mittlerweile über zehn Jahre erstreckt. Ich war damals, wie sagt man so schön, eine „problematische“ Jugendliche. Nicht nur einmal hab ich mich nachts rausgeschlichen bis um spät morgens feiern zu gehen, minderjährig versteht sich und ohne Einverständnis meiner Eltern – naja hilft nichts mehr, man kann es nicht mehr rückgängig machen „jung und dumm“ eben 😉

Ich hatte damals mit meinem 16 Jahren eine Lehre zur Floristin begonnen und hatte immer „Schnupfen“ . Eines Tages schickte mich meine damalige Chefin dann zum Hausarzt und dieser schrieb mir dann eine Überweisung ins Krankenhaus. Dort angekommen zapften die mir gleich mal einen gefühlten halben Liter Blut ab, naja und nach dem die Laborwerte fertig bearbeitet waren, wussten wir was los war, denn dieser „Schnupfen“ kam eigentlich von viel zu viel Wasser, das auf die Atemwege gedrückt hat – und dieses Gefühl hab ich heut auch noch ab und an, wenn ich mal über’s Wochenende gesündigt habe und zuviel Wasser im Körper hab.

Dann ging alles schnell und es dauerte keine zwei Wochen bis ich an der Dialyse mit akutem Nierenversagen hing. Die Ärzte haben uns damals noch Hoffnung gemacht, dass ich nur vorrübergehend zur Dialyse müsse – da hatten sie sich aber leider getäuscht – wer hätte damals gedacht, dass ich zehn Jahre später noch immer an der Maschine hänge. Die ersten drei Jahre an der Dialyse waren nicht einfach; viele, sehr viele Krankenhausaufenthalte, der ein oder andere auf der Intensivstation, wo es richtig zur Sache ging. Ich muss aber auch sagen, ich weiß vieles von dieser zeit nicht mehr. Das dürfte mein Körper gekonnt verdrängt haben als Schutz für mich selbst.

Nach den drei Jahren wurden mir dann meine Eigennieren entfernt wegen meines sehr, sehr, sehr hohen Blutdrucks, der mit keinem Medikament zu beeindrucken war. Bei dieser Operation hatte ich wahrscheinlich 100 Schutzengel, da es wegen Nachblutungen in sechs Tagen zu vier Notoperationen gekommen ist, aber mein Blutdruck hat sich dadurch zum Glück auf einem ordentlichen Niveau eingependelt. Die nächsten zwei Jahre ging es mir dann soweit gut an der Dialyse.
Am 13. Jänner 2014 schlief ich gerade an der Dialyse; bis mich unser Primar weckte und sagte: “ Frau Pühringer wir haben eine passende Niere für sie!“ In meinem Kopf wirbelten 1000 Gedanken durcheinander … mein Herz raste … mir lief es eiskalt den Körper rauf und runter. Ich badete förmlich im Angstschweiß. Und dann stellte mir der Arzt die Frage der Fragen: „Wollen Sie überhaupt die Niere haben?“ In meinem Innern war ich mir gar nicht so sicher, ob dies wirklich der richtige Weg für mich ist, da die Angst vor der Operation und dem nachfolgendem was da auf einen zukommt sehr groß war.

Dann ging alles sehr schnell. Die Niere hatte ich gesamt genau zwei Jahre. Zwei Jahre sind leider nicht sehr lang, aber trotzdem: zwei Jahre sind zwei Jahre ohne Maschine. Jeder Tag ist kostbar und ich danke von Herzem meinem Spender, dass er mir die zwei Jahre geschenkt hat. Aber wie das Leben so spielt, ist nicht immer alles super und schön. Zu einer Organtransplantation gehört leider nunmal auch dazu, dass die Transplantation nicht bei jedem auch langfristig gesehen erfolgreich ist. Und so wie Gott wollte, hörte im Juli 2014 meine Niere durch eine Abstoßungsreaktion leider auf richtig zu arbeiten. Meine Niere und ich hielten dann noch bis Jänner 2015 gemeinsam durch, aber ab da war ich dann leider wieder Dialyse-Patient.

Dennoch bin ich für diese zwei Jahre ohne Maschine sehr dankbar. Es ist schon ein komisches Gefühl trotz allem zehn Jahre fast durchgehend mind. 3x pro Woche für einige Stunden im Krankenhaus zu sein, aber man findet sich damit ab und ich bin auch froh, dass es sowas wie Dialyse gibt, denn sonst wär ich schon lange nicht mehr hier. Unendlich dankbar bin ich meiner Mutter, die immer, wirklich immer, hinter mir steht und auf die ich mich immer verlassen kann und natürlich auf meine besten Freunde. Meine Katze und mein Pferd bereiten mir auch immer wieder ne Riesenfreude, auch wenn Reiten aus gesundheitlichen Gründe nur begrenzt möglich ist, aber das Reiten ist nicht alles ein, denn ein Pferd ist eh nicht nur zum Reiten da, sondern vor allem zum lieb haben ❤

Zu Weihnachten wünsche ich mir das viell. jeder nicht immer nur auf sich selbst schaut, sondern viell. auch auf seine Mitmenschen! Und vor allem, dass sich auch gesunde Menschen mal mit dem Thema Organtransplantation auseinandersetzen, denn es kann jeden treffen, auch wenn man das als Gesunder nicht glauben will…
So, das war jetzt ne „Kurzfassung“ 😉 ich wünsch euch allen eine besinnliche und schöne Adventszeit und an alle, die auch gegen egal welche Art von Krankheit kämpfen müssen NEVER GIVE UP !!

Bei den Indianern gibt es eine Lebensweisheit, die heißt: „Manitu hat dir ein Gesicht geschenkt, doch lachen musst du selbst „. Diese Worte geben mir die Kraft trotz einiger Schicksalsschläge immer wieder nach vorn zusehen!

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